Software: Windows 7 Release Kurztest
Windows 7 Release build 7600 deutsch Kurztest
Seit 07.08.2009 ist Windows 7 für Volumenlizenzkunden verfügbar, d. h. wer seit diesem Datum aus dem SELECT-Vertrag ein Betriebssystemupgrade bestellt, erhält eine Nutzungslizenz von Windows 7. Selbstverständlich bleibt das Downgraderecht in den Volumenlizenzverträgen auch in den aktuellen Nutzungsbedingungen erhalten.
Mit der Windows 7 Lizenz darf also weiter Windows xp eingesetzt werden.
Genauso verhält es sich für diejenigen, die heute einen neuen Fujitsu PC oder ein lenovo Tablet erwerben. Viele Hersteller legen einen Gutschein bei, mit dem man am 22. Oktober 2009, dem Datum ab dem Hersteller OEM Windows 7 ausliefern, lizenzkostenfrei upgraden darf. Leider nicht ganz kostenlos, denn die durchführenden Firmen lassen sich das Zuschicken des Datenträgers meist mit 30 Euro bezahlen.
Das für den Geschäftsbetrieb einzusetzende Betriebssystem heißt: Windows 7 Professional.
Systemanforderungen:
Die verwendbaren Systemanforderungen weichen von dem Empfehlungen von Microsoft, wie üblich, ab: Damit eine Hardware ohne Einbußen und zügig unter Windows 7 arbeitet, benötigt man: mindestens 2 GB RAM, besser 3 oder 4 GB, minimum einen Core2Duo 64-Bit Prozessor mit Hardwarevirtualisierung (erforderlich für Windows xp mode), ein DVD-Laufwerk (wenn man nicht von einem USB-Stick oder über Netzwerk installieren möchte, sondern vom Datenträger), mindestens 25 GB freien Festplattenplatz und eine leistungsfähige Grafikkarte (wenn sich ein Grafikchip onboard befindet, muss es mindestens der Intel GMA Accelerator mit 256 MB RAM sein. Dabei wird das RAM vom realen Arbeitsspeicher abgezwackt)
32 oder 64 Bit auf dem Client?
Wer derzeit auf Arbeitsplätzen 64-Bit-Software installiert, muss dies von langer Hand vorplanen. Schließlich müssen nicht nur die Hardwarekomponenten des PCs Treiber in 64-Bit vorhanden sein, sondern auch für die Peripherie.
Hier sind insbesondere Drucker der Schwachpunkt der Kette, weil die Treiber meist auf einem Windows 2000 oder 2003 Server installiert sein müssen. Hier gilt es, Druckermodelle zu finden, die den gleichen Treiber sowohl in 32- als auch 64-Bit anbieten. Bei HP sind das beispielsweise nur die neueren Druckermodelle der letzten zwei Jahre. (Zur Not kann man den HP Universal Printer Driver verwenden, der mit einem Druckertreiber annähernd alle HP-Drucker seit 10 Jahren in 32- und 64 Bit unterstützt).
Für viele Drucker sieht die Versorgung mit 64-Bit-Druckertreibern aber schlecht aus.
Zudem gibt es nur wenige Anwendungen, die 64-Bit unterstützen. Alle 32-Bit Anwendungen laufen auf 64-Bit Maschinen langsamer.
Fazit: 32-Bit ist derzeit angesagt – das wird sich auch mittelfristig nicht ändern.
Installation:
Die Installation erfolgt Starten des PCs von der DVD (der Datenumfang auf der DVD sind rund 3GB). Alternativ kann man sich (Anleitungen im Internet) einen USB-Stick startfähig machen und den Inhalt des Datenträgers auf den Stick bringen.
Die Unattended Installation Methode benutzt wie bei Vista Windows PE 2.0, um von DVD oder Stick zu starten, baut eine Netzwerkverbindung auf und installiert von dort.
Auch die Variante, via PXE den Rechner zu starten und den RIS-Dienst zu benutzen, bleibt erhalten.
Updates für Neuinstallationen werden nicht mehr integriert, sondern vom Administrator wie bei Office 2007 schon bekannt, in ein Update-Verzeichnis gestellt und bei der Installation gezogen
Fazit: Aus meiner Sicht wird die Netzwerkinstallation via Unattended auch hier die meiste Verbreitung finden, da sie bei Veränderungen die Flexibelste ist.
Erfahrungen:
Teile ich in zwei Kategorien.
1) Tablet-PC mit Multitouch (Stift und Fingerbedienung) am Beispiel eines lenovo Thinkpad X61 tablet mit Core2Duo 1.6, GMA-Accelerator und 3GB RAM): Installation funktioniert problemlos, alle wichtigen Hardwarekomponenten werden erkannt, für spezielle Dinge hält lenovo Windows7-Treiber parat (z.B. Fingerabdrucksensor, Multitouch). Der Rest wird über das inzwischen wiederbelebte „System Update“ aktualisiert.
Danach kann der Benutzer von ausgefeilten und weiterentwickelten Touchfunktionen profitieren:
• Weiter verbesserte Handschrifterkennung
• Fingertastatur mit großen Tasten
• Fingercursor und Bewegungserkennung
• Fenstersteuerung per Finger (bekannt aus dem Film „Minority Report“)
2) normaler PC (Core2Quad mit 512 MB HiSpeed-Grafikkarte und SATA300 Festplatte):
Schwierigkeiten gibt es noch mit einigen beim Onlinebanking und bei Ärzten verwendeten Chipkartenlesern. Serielle Geräte dieser Art werden gar nicht mehr unterstützt, nur noch reine USB-Geräte. Ausgerechnet der Microsoft Fingerprint Sensor funktioniert nicht mehr, für das in den meisten Geräten eingebaute Gerät der Firma UPEK gibt es Treiber für Windows7, diese kosten aber Geld, weil man sie nur mit einem Update auf die Programmsuite des Herstellers bekommt – diese wird auch benötigt, damit man z.B. die Fingerprint Anmeldung hinbekommt). Einige Hardwaregeräte werden als unbekanntes Gerät dargestellt. Es ist auch bei diesem Betriebssystem nicht besser erkennbar als bei xp, um welche Geräte es sich handelt. Für die restliche Microsoft Hardware (Mäuse, Tastaturen, Kameras) gibt es Windows 7-Treiber. Bei anderen Herstellern (z.B. Logitech) sieht es wieder etwas dünner aus.
Von den Antivirussoftwareherstellern bietet Kaspersky erst in wenigen Wochen eine aktualisierte Business Variante seines Produkts für Windows 7 an, lediglich Symantec Endpoint Protection funktioniert ohne Abstürze, wird aber als Meldung, das dies nicht die eigentliche Version sei, im Wartungscenter angezeigt. Testviren werden aber erkannt und gebannt, funktioniert also.
UltraVNC ab Version 1.05 funktioniert auch, der Installer berücksichtigt auch Firewalleinstellungen. Allerdings muss sich der PC im Modus „Heimnetzwerk“ oder „Arbeitsplatznetzwerk“ befinden – sonst keine Erreichbarkeit
7-ZIP registriert die Dateiendungen nicht. Ausserdem ist die Symboldarstellung der 7-ZIP manuell zugefügten Endungen nicht erkennbar.
Adobe Reader funktioniert, ebenso Ghostscript (ab Version 8.7.0). Bei FreePDF muss es die Version 4.0 sein. Leider läßt sich Freepdf aber nicht mehr unbeaufsichtigt installieren, da Windows7 eine „nicht signierter Druckertreiber“ Warnung ausgibt, die manuell bestätigt werden muss. Danach funktioniert die Software zum Erstellen von PDF-Dateien aber (getestet mit 32 und 64 Bit)
Veränderungen in Stichworten
• Das Windows 7 Betriebssystem benötigt mindestens 1 GB für sich allein
• Führende Antivirus-Software noch nicht freigegeben (z.B. Kaspersky Business Workspace)
• Outlook Express ist nicht mehr Bestandteil des Betriebssystems. Eine neue Komponente muss von Windows Live heruntergeladen werden: Windows Live Mail. Dies ist nicht kompatibel Mit Outlook Express, hat aber zusätzlich einen Einbenutzer-Kalender lokal dabei.
• Active Sync wurde durch das Windows Mobile Gerätecenter ersetzt. Die API-Funktionen und das Erscheinungsbind sind völlig anders. Daher wird eine Synchronisation mit Handies und MDE-Geräten nicht funktionieren. Das MCG wird von Microsoft heruntergeladen, wenn man das Handy/MDE anstöpselt. Version 6.1 von Vista funktioniert nicht unter Windows 7.
• CISCO wird weiterhin keinen 64-Bit VPN-Client entwickeln. Der 32-Bit Client für Vista (ab Version 5.02) funktioniert nur mit Einschränkungen, es kann zu Bluescreens kommen.
• Es gibt kein klassisches Startmenü mehr ? Startmenü sieht völlig anders aus
• Windows xp mode (Virtual PC Image von Winxp SP3), der nahtlos im Fenster läuft, lässt alte Programme, die keinen Hardwarezugriff verlangen laufen
• Remotedesktopservices (RDP) stark überarbeitet und besser verschlüsselt. Dennoch keine Spiegelung möglich und Zugang nur über RDP Client ab 6.1 (Ultravnc bleibt also erste Wahl)
• MultimediaCenter onboard (wozu braucht man das im geschäftlichen Einsatz)
• Verlinkungen zu allen möglichen Multimediabibliotheken im Startmenü (dito)
• Einige Microsoftprogramme funktionieren zwar, haben aber zumindest Fehler bei der grafischen Darstellung und Anzeige (z.B. Navision 5.0)
• Startzeit (Boot) des Betriebssystems etwa vergleichbar mit Windows xp (+3 Sekunden)
• Herunterfahren und Ruhezustand dauert rund 10% länger als bei xp
• Windows-Explorer auch völlig anders
Gesamtfazit – meine Meinung:
Obwohl bei Neukauf eines PCs oder Notebooks oder als Upgrade käuflich derzeit Windows 7 Professional zu jeder Hardware mit ins Haus kommt, bleibt es derzeit empfehlenswert, sofern man dazu berechtigt ist, vom Downgraderecht der Hersteller Gebrauch zu machen und Windows xp Professional weiterhin einzusetzen. Viele Hersteller haben angekündigt, nach dem 22. Oktober ein Downgraderecht auf Vista Business und auf Windows xp Professional zu erlaufen, wenn auf dem System Windows 7 Professional OEM kleben wird.
Wer PC-Systeme einsetzt, die kein Downgraderecht haben, muss einen Volumenlizenzvertrag (SELECT, OPEN) mit Microsoft abschließen, pro System jeweils ein Upgrade auf Windows 7 Professional lizenzieren und kann dann vom Downgraderecht Gebrauch machen. Aber Vorsicht: Die meisten „Billig-PCs“, die nicht ausdrücklich für Geschäftseinsatz vorgesehen sind, haben Hardwarekomponenten, für die es keine Windows xp Treiber gibt.
Aus meiner Sicht wird Windows 7 zuerst auf Tablet PC Systemen (z.B. als Aussendienstlösung) zum Einsatz kommen, und zwar frühestens dann, wenn Kaspersky auch einen Business Antivirus-Client dafür anbieten wird UND keine Einwahl via CISCO vpn Client ins Unternehmensnetzwerk von diesen Geräten nötig ist.