Vorwort und Betankung:
Mit dem Erscheinen des deutschen RC2 vom .NET-Server
wage ich es: Ich betanke das Internet-Gateway und den File/Printserver mit der
neuen Software. Als Hardware dienen zwei Pentium III/800MHz-Systeme mit jeweils
640 MB RAM und einer 9 bzw. 18 GByte Bootplatte und einer 60GByte Zusatzplatte.
Die alten Installationen wurde dabei geplättet.
Die Deploy Betankung funktioniert bei den ersten Tests übrigens nahezu perfekt
bis auf die Tatsache, dass jedes Softwaredepot nunmehr einen Stammordner I386
haben muss.
Diesem Umstand wird in Kürze Rechnung getragen, indem pro Betriebssystem eine
Freigabe angelegt wird. Von der Bootdiskette aus wird ein Laufwerk gemäß Betriebssystemvariable
auf dieses Share als Laufwerk W: gemappt. Das bisherige Laufwerk X: für den
Rest bleibt unangetastet (Thanks to Willi für den Tipp)
Die Betriebssystemtypen (FTYP) ändern sich damit auf:
W2KPRO für Windows 2000 Professional
W2KSRV für Win2000 Server
W2KSRA für Win2000 Advanced Server
WXPPRO für Windows xp Professional
W3KSTD für Windows Server 2003 2003 Standard Edition
W3KENT für Windows Server 2003 2003 Enterprise Edition
DeployG wird entsprechend angepasst, so dass nur alte Tankstellen-INI-Dateien
angepasst werden müssen.
| Erste Eindrücke: Nun wieder zurück zum Betriebssystem. Betankt wurde der .NET Enterprise (max 4 Prozessoren, Clusterfähig, NLB). Bis auf die gesenkte Anzahl der Prozessoren entspricht die Version in etwa der Windows 2000 Advanced Server. Treiber werden alle automatisch erkannt, lediglich für die Digi Datafire Basic PCI muss ich den unsignierten Windows 2000 Treiber nehmen (der war aber auch zu 2000-Zeiten schon unsigniert) Softwarekomponenten lassen sich auch ohne Probleme installieren, lediglich Veritas Backup Exec 8.6 build 3878 warnt vor Inkompatibilität, bereitet aber sogar keine Probleme mit dem HP-Bandwechsler. Sogar Norton Antivirus (Corporate 8.0) läuft problemlos :) |
![]() |
Auch Tobit David Professional 6.6SP5 muckt nicht, nur der 16Bit-Tobit Client
läßt keinen Druckertreiber installieren. Das macht aber nichts, denn der Client
funktioniert. So kann man nur von der Serverkonsole keine Faxe versenden :-/
Nach Rückspielen der Datensicherung (einfach alles im Ordner David und darunter
überbügeln) ist alles wieder da (Immerhin heisst der neue Server wie der alte)
Der Webserver (IIS 6.0) präsentiert sich "LOCKED DOWN", d.h. zunächst mal ist NICHTS erlaubt. Wie auch bei Firewalls üblich muss man erst mal Türen aufmachen, damit z.B. CGI-Applikationen laufen.
Die Hilfe (im RC2 noch in englisch) ist da aber wirklich gut und hilft. Bei
CGI-Applikationen muss man nun darauf achten, dass der HTML-Output
a) der Spezifikation nach W3C entspricht (gilt für alle Header)
b) die erste Zeile der Output-Datei nicht beschrieben ist (Leerzeile)
Server-Konsole:
Endlich können wir auf VNC verzichten, denn der .NET-Server hat eine über RDP erreichbare Konsole. Mit dem Aufruf
mstsc.exe /console
startet die gewohnte GUI zum Aufbauen einer RDP-Verbindung, allerdings wird im Konsolen-Modus direkt an die Serveroberfläche verbunden. Der Betrachter, der den Servermonitor einschaltet, kann also sehen, was remote geschieht. Der Rest des Terminalservers unterscheidet nicht mehr zwischen Remote Admin und Application Mode, sondern ist reinrassig application. Das merkt man auch, wenn man ein beliebiges Setup direkt aus dem Explorer startet. Change User /install und /execute gehören damit auch der Vergangenheit an.
Look & Feel:
In der Automobilindustrie nennt man Ähnliches "Facelift" oder "Modellpflege". So ist es kaum verwunderlich, dass sich der .NET Server 2003 im gleichen Kleid wie Windows 2000 präsentiert. Nix Luna :) Allerdings kann man, wenn man möchte, sogar hier alles bunt machen - am Server mehr als flüssig. Viele DLLs und Funktionen von Windows xp Professional wurden übernommen, wie z.B. das praktische "Uhrzeit von einem Timeserver zu ziehen" beim Uhrzeit/Datum.Dialog konfigurierbar. Auch die Desktop-Firewall für eingehende Verbindungen wurde 1:1 übernommen. Statt des blauen Hintergrunds bei xp präsentiert sich der Server in grauer Kutte (schon beim Setup, s.o. ist das so)
Server Konfiguration und Speichernutzung:
Der Assistent bzw. die Assistenten hierfür wurden neu designt. Übersichtlicher
als die alte "Serverkonfigurations-Oberfläche", aber viel umständlicher zu bedienen.
Wie auch beim Internet Information Server müssen die notwendigen Dienste erst
installiert, konfiguriert und aktiviert werden:
File&Print und Freigaben, DNS, DHCP, WWW, FTP, NNTP...
Die Speichernutzung und der Prozessmanager wurden deutlich optimiert. Auch mit
unsauber programmierten EXEn kann man nun den Server nicht mehr so leicht auf
100% Auslastung bekommen. Wenn ein Prozess abstürzt oder abgestürzt wird, so
ist im Taskmanager kein Stopping für die anderen Prozesse zu bemerken. Das ist
sehr erfreulich. Der Speicherverbrauch bewegt sich im Rahmen dessen, was Windows
2000 (advanced) Server benötigte: ca. 90 MB RAM werden ohne ADS, 170 MB mit
verbraucht (Annahme: reiner File&Print-Server, bzw. DC)
Vom RC2 zum Release (RTM 23.03.2003):
Das Release To Manufactore Build hat die Nummer 3790 und im geschlossenen
Bereich bei Microsoft zum Download zur Verfügung. Diese Version muss noch aktiviert
werden. Volumen-keys wurden zwar von Microsoft schon ausgegeben, jedoch muss
auf die Auslieferung der Volumen-CDs bzw. DVDs noch gewartet werden (vermutlich
bis 29.4.)
Wie immer kann man das sog. Inplace-Upgrade mal wieder vergessen. Nicht nur,
dass beim Setup-Prozess gegen Ende der Geräte-Erkennung ein Stop:0x0000007 Bluescreen
kommt, der sich danach zyklisch wiederholt, nein, die 360-Tage-Testfrist bleibt
erhalten, d.h. nach 360 Tagen ab Installationsdatum von RC2 muss erneut installiert
werden.
Aber ich bin ja sowieso kein Freund von Inplace-Upgrades.
Deshalb frisch den Rechner neu betankt (das funktioniert dann ganz gut, bis
auf die Tatsache, dass das GDISK32 von Symantec Ghost keine Partitionen mehr
anlegt, das GDISK 32 von Norton Ghost 2003 dieses Feature schon nicht mehr anbietet
und das enthaltene MS-Tool "Diskpart" keine sauberen Vorgänge skriptet... Soll
heissen: Ein Diskpart-Skript, das alle physikalischen Platten ab der zweiten
löschen soll und je Disk wieder eine Partition und Laufwerk ab D: anlegt, funktioniert
nur, wenn die Platten vorher schon alle gelöscht waren. Ausserdem funktioniert
das Skript nicht, wenn mehr als ein optisches Laufwerk im System steckt (zB.
Brenner und DVD) In diesem Fall ist die erste Platte erst "Disk2" statt "Disk1"
Behobene Bugs:
Das Such-Feature in Verbindung mit IIS6 und den Frontpage 2002-Erweiterungen funktioniert endlich. Jetzt kann man wieder auf Websites suchen :) Ausserdem ist die zeitweise Fehlermeldung, dass CGI-WIN Programme nicht ausgeführt werden konnten (returned an incorrect http header) nicht mehr aufgetreten.
Probleme gibt es allerdings nun beim Hochfahren, denn einige Dienste starten zunächst nicht - oder geben zunächst eine Fehlermeldung zum Besten, um danach dann doch zu starten. Strange!
Ansonsten laufen alle bekannten Anwendungen erst mal wieder.
Dieses Dokument ist immer noch nicht fertig... Mehr demnächst auf dieser Seite!
Server-Versionen:
Das Ende April offiziell erscheinende Produkt heisst dann "Microsoft Windows
Server System" oder "Microsoft Server System". Es wird in vier Produktkategorien
vertrieben. Von allen gibt es jeweils eine Retail-Version mit Aktivierungspflicht
und eine Corporate/Volumenversion, die bereits aktiviert ist.
Windows Server 2003 Standard tritt die Nachfolge vom Windows 2000 Standard
Server an.
Windows Server 2003 Enterprise tritt die Nachfolge vom Windows 2000 Advanced
Server an.
Windows Server 2003 Datacenter tritt die Nachfolge vom Windows 2000 Datacenter
Server an.
Windows Server 2003 Webserver ist neu dabei und soll wohl Apache das Fürchten
lehren. Da sage ich nichts zu, denn Apache ist kostenlos und läuft in einem
echten sicheren Sandkasten, getrennt vom Betriebssystem, der o.g. W3K-Webserver
nicht.
Es gelten - wie immer - die rechtlichen Hinweise. Alle Infos nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Keine Haftung!