Die Installation beginnt nach dem
Starten von Windows PE grafisch und fragt nach dem PC-Namen und dem
Lizenzschlüssel. Danach startet eine Art abgespeckter Festplattenmanager und
fragt nach der Installationspartition.

Was ist anders?
Selbst in der klassischen Ansicht der Systemsteuerung gibt es keinen Punkt
"Software" mehr. Dieser ist nun unter "Programme und Funktionen zu finden. Der
Explorer ist auch völlig anders zu bedienen und die klassische Dateiansicht
versteckt nun auch den benutzerspezifischen Ordner c:\daten und benennt ihn in
\\dokumente um.
Die folgenden Screenshots zeigen ein paar der Veränderungen. Vieles wurde mit
grafischem Overhead versehen, der sich aber zum Glück wieder abschalten läßt
(meistens jedenfalls). Am besten sieht man das an der neuen
Explorer-Darstellung:


Die aus meiner Sicht nennenswerten Verbesserungen beschränken sich auf den
Internet Explorer 7 (den es bereits vor Erscheinen von Longhorn auch für Windows
xp geben wird). Hier ist wie bei den Mitbewerbern endlich "tabbed browsing"
möglich (d.h. mehrere Webseiten auf verschiedenen TAB-Reitern in einem Explorer
darstellen:

Außerdem unterstützt der Internet Explorer nun endlich die Darstellung von
RSS-Feeds, statt wie bisher nur den XML-Quell-Text anzuzeigen:

Leider wurde kein vollständiger RSS-Feeder eingebaut, denn der Vorteil der
RSS-Feeds liegt ja nicht darin, dass man per Browser auf die einzelnen
XML-Seiten surft, sondern die ganzen Seiten in eine Liste einträgt und
zyklisch Automatisch neue News unter einer Oberfläche empfangen kann. Dafür muß
man nachwievor auf Open-Source-Produkte wie z.B. Feedreader zurückgreifen oder
Opera benutzen.
Die anderen Features liegen unter der Oberfläche (z.B. dass man eine Art
Sicherheits-Sandkasten mit eingeschränkten Rechten aufbauen kann).
Update: In Outlook 2007 ist der vollständige RSS-Reader nun
integriert. Wer's leicht mag, verwendet die Darstellung im IE7.
Outlook Express wurde jetzt um eine eigenständige Applikation "Windows Kalender" erweitert, die Grundfunktionen eines Kalenders bietet (Outlook light) und auch das Gemeinsame Nutzen eines Webcalenders ermöglicht. Das Adressbuch von Outlook Express wurde ebenfalls als eigene Applikation freigestellt.
Himmel & Hölle:
Erwartungsgemäß lassen sich Microsoft Programme wie Office&Co installieren und
nutzen. Drucker-Installationsskripte in Visual Basic funktionieren hingegen
nicht (Es läßt sich weder FreePDF, noch qvPDF installieren). Ganz gefährlich
wird es mit Programmen, die systemnah programmiert sind. Zu den Todsünden
gehören Nero (Brenner werden nicht erkannt) und Symantec Antivirus (getestet
Corporate 10.0). Bei Norton (sofern man ein Upgrade von windows xp wagt) ist dann Schluß mit Lustig und das System fährt nur
noch in einen Bluescreen, der sich nur durch manuelles deregistrieren aller
Norton-Komponenten im Safe Mode beheben läßt. Mehr siehe Tabelle.
ClearType und Speicherfresser:
Ab Werk kommt Vista mit eingeschaltetem ClearType - wie auch der Internet
Explorer 7. Zwar kann man Cleartype auf TFT-Monitoren auch abschalten, da es die
ansonsten scharfen Schriften unscharf wirken läßt - jedoch sind die neuen
Systemschriften so ausgelegt, dass sie ohne Cleartype absolut Pixelig aussehen
und schlecht zu lesen sind. die Standardschriften hingegen sind ohne Cleartype
scharf wie bisher.
Meiner Meinung nach ein K.O. Kriterium, denn wer das scharfe Schriftbild ohne
Cleartype auf einem Flachbildschirm in nativer Auflösung kennt, möchte sich
keine Lesebrille für das unscharfe Bild von Cleartype kaufen.
Hier eine Tabelle der wichtigsten Einschränkungen
| Programm | Lauffähigkeit unter Vista | S |
| Symantec Antivirus Corporate | bis Version 10.1 läuft gar nichts, Version 10.2 funktioniert NUR unter Vista (d.h. mit einem Installationspaket im Deploy W2k, Wxp und Vista zu versorgen, scheitert). Da VErsion 10.2 aber klaglos funktioniert und sich sogar im Sicherheitscenter integriert, grünes Licht | |
| WISO Mein Geld 2006 | Kartenleser-Unterstützung und Datentresor funktionieren nicht. Also nichts mit Onlinefunktionen. Version 2007 kann man nur noch mieten, daher nicht im Test. | |
| TweakUI | läuft nicht mehr. Warnung und dann Hinweis, dass es xp oder 2003 braucht | |
| VNC Remote Control | Egal, welche Distribution (Ultra, Tight, Real). Der Microsoft Defender von Vista nervt mit dauernden Warnmeldungen, dass diese Software unsicher wäre. Schaltet man den Defender db, nervt das Sicherheitszentrum mit dem Hinweis auf Sicherheitsrisiken. Technisch betrachtet funktioniert VNC aber noch, nur das TNA-Icon erscheint nicht mehr. | |
| CISCO vpn Client | Man muss Version 4.8.0.0590 installieren, andere Versionen verweigern die Installation. Allerdings gibt es ein ungelöstes Problem: Zertifikat OK, Auth OK, Benutzername, Passwort eingeben OK, dann kommt eine Fehlermeldung, dass die Policy auf dem VPN-Konzentrator vorschreibt, dass man CISCO lokale Firewall angeschaltet hat. Diese Meldung kommt unter xp nicht, auch nicht mit der o.a. Version. Denke, hier muss CISCO noch nachbessern | |
| Irfanview | läuft ohne Einschränkungen, allerdings funktioniert bei Standardzuordnung der Erweiterungen die Live-Bild-Preview im Explorer teilweise nicht mehr | |
| Map&Guide Fleetnav 4 CarPC | funktioniert, auch die GNS 9833 GPSTMC Hardware wird erkannt. Allerdings hat Windows einen angeblich neueren Treiber parat, der sich aber nicht installieren läßt | |
| Onscreen-Tastatur (DRE) | funktioniert | |
| Egalax Touchscreen | funktioniert nicht richtig, d.h. Hardware wird erkannt und läßt sich kalibrieren, nach einem Neustart funktioniert die Logik aber nicht mehr. Auch etwa 5 Minuten nach Kalibrierung stellt das Touchscreen seinen Dienst ein. Version ist 4.3.7.3321. Update: Workaround des Herstellers, 2 Registry keys verhindern das Einschlafen, nach Standby oder Ruhezustand wird das USB-Touchscreen aber nicht korrekt erkannt und funktioniert nicht. Update: Egalax hat einen Vista-Treiber für April 2007 angekündigt. | |
| Office 2003 und 2007 | funktionieren erwartungsgemäß. Die Installation von Office 2007 dauert auf einem Celeron oder via Esther 1000 mit 512 MB etwa 1 Stunde! | |
| Acrobat Reader | Version 8 funktioniert problemlos | |
| UMTS Option G3+ | Funktioniert mit den alten XP-Treibern problemlos über den Vista RAS-Dienst. Allerdings ist die Bedienung des RAS-Dienstes geändert und etwas umständlicher | |
| Tobit Client | Mit Version 10, Service Pack und Hotfix keine Probleme. Ältere Versionen fraglich | |
| Spybot 1.4 | läßt sich installieren | |
| Videolan Client | läßt sich installieren, funktioniert | |
| WinAMP 5.32 | läßt sich ebenfalls installieren, funktioniert ohne feststellbare Einschränkungen | |
| Citrix Client | keine Probleme mit der aktuellen Version festgestellt | |
| RDP-Client | stellt eine lästige Zusatzfrage, die mit Ja beantwortet werden muss. Abhilfe schafft hier nur, sich für die verschiedenen Server RDP-Dateien anzulegen und bei den Einstellungen diese Warnmeldung abzustellen. Vermutlich wird in Longhorn-Server ein Zertifikat verteilt, das diese Meldung abstellt. Update: Microsoft stellt mit Erscheinen von Longhorn-Server Ende 2007 einen RDP 6.1 auch für Windows xp in Aussicht, der die Nachteile von Version 6.0 kompensiert und auch wieder skriptbar sein soll, sowie die RDP-Dtei auswertet statt der HKCU-Registry. | |
| Microsoft Fingerprint Reader | Zunächst benötigt man Software Version 2.0, die man bei MS herunterladen kann. Dann ist das Ganze unter Vista recht unkomfortabel, wenn man Strg&Alt&Delete erzwingt (wie in Unternehmen auch unter xp üblich). Statt unter xp das Login durch Auflegen des Fingers zuzulassen - trotz CAD-Zwang), wird es unter Vista nötig sein, erstmal Strg&Alt&Entf zu drücken, um überhaupt den Fingerprinter zum Reagieren zu bewegen. | |
| Kaspersky Antivirus | Noch kein Client-Produkt herausgegeben. Schlimmer ist, dass Kaspersky auf einem Windows 2000/2003 Server das Kopieren von Dateien vom Netzwerkshare auf die lokale Festplatte von Vista verhindert (s.o.). Stand März 2007: Noch immer keine Lösung | |
| MS-Hardware | Tastaturen, Mäuse und Webcams - es gibt aktualisierte Treiber seit Mitte März 2007 (sowohl für 32 als auch 64Bit. |
Mein Lieblingsthema: Deploy und Aktivierung.
Am besten, ich vergesse erst einmal alles, was ich über Deploy weiss. Zwar
gibt es ein Toolkit von Microsoft, genannt WAIK, das beim Erstellen einer
automatischen Installation hilft und wie immer umfangreiche Doku. Wer hat aber
ersthaft Lust, sich erst tagelang in die Materie einzulesen.
Die mitgelieferten Assistenten jedenfalls sind weder intuitiv, noch unterstützen
sie den Benutzer. Ziel des Assistenten ist es, eine Unattend.xml Datei zu
erzeugen - als Antwortdatei für die automatische Installation. Dazu muss man
wissen, aus ca. 200 Pekten und 400 Unterschlüsseln, welche der Elemente man auf
6 Rubriken in der rechten Bildschirmhälfte verteilen muss. Ausserdem stehen nur
bei Ja/Nein und einigen wenigen Optionen auf der Werte-Seite Comboboxen zur
Verfügung. Die meisten Parameter muss man in Klartext eingeben und die Syntax
dann Stück für Stück in der Referenz nachlesen. Ob die ProductID mit oder ohne
Bindestriche hinterlegt werden muss, bleibt geheim. Jedenfalls läuft die
Installation mit hinterlegten Bindestrichen durch, das Produkt läßt sich aber
nicht aktivieren. Erst wenn man nach der Installation den Product key auf den
gleichen Wert wie in der XML hinterlegt ändert, aktiviert sich das System
problemlos.
Vista in einer virtuellen Maschine (Virtual PC 2004/2007):
lässt sich installieren (Install dauert aber 2 Stunden), funktioniert auch -
allerdings etwas langsamer als normal (keine 3D-Grafikkarte in der VM) und
die Soundkarte wird auch nicht erkannt. Wer damit leben kann, muss nicht auf
Virtual PC 2007 warten (das angeblich zwar auch kostenlos sein wird, aber erst
frühestens im März 2007 herauskommt. Minimum physikalischer Speicher auf dem
Wirts-PC sind 2 Gigabyte RAM. Die virtuelle Maschine dann auf 1GB stellen.
Update: Mit VirtualPC 2007 läuft Vista in der VM problemlos und
mit Sound unter Winxp SP2. Sogar die in Vista integrierte Sprachsteuerung
funktioniert so und man kann in ruhigen Räumen Briefe diktieren.
Ausblick/Wünsche:
Wenn man alle bunten Features ausschalten kann, läßt sich das System mit Abstrichen auch auf einem Celeron 1000 mit 512 MB betreiben. Unter 512MB tut sich gar nichts. Ansonsten ist aus meiner Sicht noch nichts darin, was nach einem Major Update aussieht. Die Programmkompatibilität lässt auch noch zu wünschen übrig... Fast bei jeder Software kommt eine Warnung und sie startet entweder gar nicht oder im "Kompatibilitätsmodus".
Fazit:
Nach ausgiebigen Tests der Release-Version von Vista auf verschiedenen Rechner-Systemen und UMPCs formuliere ich meine Empfehlung (Stand 11.1.2007 und 25.3.2007) wie folgt: