



Dateiformat: Bei allen optisch veränderten Programmen gibt
es neue Dateiformate, die nichts mit den alten gemeinsam haben. Während man
bei Access erwartet hat, dass ein neues Dateiformat (wie jedesmal) kommt, das
nichts mit der Vorgängerversion gemeinsam hat, sind Word und Powerpoint diesmal
auch mit von der Partie. Die Programme speichern Dateien als PKZIP-Archiv, das
eine Ordnerstruktur aus XML-Dateien enthält. Die Dateiendungen wachsen von drei
auf vier Buchstaben: .DOCX, .XLSX, .PPTX. Zwar kann man, wenn man daran denkt,
beim Speichern noch das "Office 97 bis 2003) Dateiformat auswählen, diese Einstellung
aber nicht zum Standardspeicherformat festlegen.
RAM-Speicherverbrauch: Die Kernkomponenten verbrauchen in etwa das Doppelte
an RAM (z.B. Winword 25 statt 10 MB). Dies mag aber noch daran liegen, dass
die Beta-Codes Debugsymbole enthalten. Sicherlich spielt aber auch der "grafische
Schnickschnack" hier eine Rolle.
Kompatibilität: Während die o.g. Programme immerhin noch "speichern unter..."
im kompatiblen Format beherrschen, so sind mit Outlook 2007 Beta2 KEINE Verbindungen
mehr zu einem Exchange Server 5.5 möglich. Es kommt die lapidare Meldung, dass
Outlook zur Exchange Version nicht kompostibel ist.
Wo ist das Menü hin? Oben links in der Ecke gibt es einen runden,
orangefarbenen Office-Knopf, der in Funktion etwa dem Startmenü-Knopf ähnelt.
Ähnlich wie ein Startmenü klappt dann als Pulldownmenü das auf, was vorher statisch
die Menüleiste dargestellt hat. Die Untermenüs sind, sofern vorhanden dann in
der zweiten Spalte zu sehen.

Aber es gibt auch neue Funktionen (es sei denn, sie waren
in Office 2003 zu gut versteckt). Wer Quellennachweise (neudeutsch: Bibliography)
nach genormtem Format (z.B. bei medizinischen Abhandlungen) in Word erzeugen
muss, braucht nicht mehr den "Reference Manager" als Zusatzprodukt zu kaufen.
Unter "References" findet sich in Word 2007 sowohl "Citation", als auch ein
Combofeld "Bibliography".
Manche Formatierungen gehen über die neue Symbolleisten-Strukturierung schneller
von der Hand, da die Symbole nun in einer Art "tabbed toolbox" angeordnet sind.
Die meisten Einstellungen werden als "Sofort-Preview" in dem Moment anzeigt,
wo man mit der Maus drüberfährt (Schriftartliste = das Dokument ändert sich
sofort, Tabelle: es wird eine Tabellenvorschau im Dokument angezeigt). Außerdem
kann man sich eine Art "karierten Block" als Raster hinter die Seite legen (grid).
In Excel gibt es wesentlich ansprechendere Charts - teilweise fast fotorealistisch.
Das hat man zwar vorher auch hinbekommen, allerdings musste man den Spezialeffekt
durch Farbverläufe von Hand einstellen. Nun gibt es fertige Templates, die man
benutzen kann. Also schneller...
Die Umgewöhnung gestaltet sich aber schwierig für jemanden, der schon mal mit
anderen Office Versionen gearbeitet hat. Gerade das Hauptargument von Microsoft
"man findet alles schneller" greift nicht, da man in der neuen Struktur die
passenden Stellen erst mal suchen muss, die im alten Menü bekannt waren.
Bei Visio bemerkt man bis auf das etwas andere Design (die Shape-Fenster haben
keinen grünen Hintergrund mehr) keine optischen Veränderungen. Ich denke, der
Teufel steckt hier im Detail.
Der Sharepoint Designer 2007 (aka Microsoft Expression Web) und somit Frontpage
Nachfolger ist in der Release-Version nun ein richtiger Schritt nach vorne und
Frontpage durchaus vorzuziehen, weil
a) er per Mausklick CSS-Styles im Dokument anwenden kann
b) die Elemente als Werkzeugboxe wie im Visual Studio angeordnet sind
c) eine W3C-Prpfung des Quelltext in Echtzeit erfolgt
d) man endlich gescheit XML editieren kann
e) die Automatische Dokumentformatierung verbessert wurde und nun auch CSS unterstützt.
Deployment und Unattended Installation, Aktivierung:
Endlich mal etwas Positives. Das Deployment von Office ist wirklich verbessert.
SETUP.EXE /admin enthält nun den Office Customizazion Wizard, der mehr Einstellungen
beherrscht und seinem Namen "Assistent" voll gerecht wird. Ausserdem sind alles
Office Pakete incl. Project, Visio, SharepointDesigner... modular aufgebaut
und lassen sich in EINE Struktur mit einem setup integrieren. Für ein einzelnes
Modul benötigt man dann nur immer zwei Ordner (.ww und .DE-DE). Die Office Basisstruktur
bleibt für alle gleich. Für zusätzliche Sprachen kommt ein weiterer Ordner dazu
(.EN-US). Der Assistent erstellt ca. 15 MB große .MSP Dateien, die dann mit
SETUP /Adminfile aufgerufen werden können und unattended Setup erlauben.
Select und Volumen Versionen müssen nachwievor nicht online aktiviert werden,
allerdings unterscheiden sich die Binaries von den Retail Versionen, so dass
man eine Retail Version nicht durch Eingabe eines VL-Keys zu einer aktivierten
Version machen kann.
Nachdem ich mich zunächst fürchterlich darüber aufgeregt habe, dass Office 2007 keinen "Classic Mode" mehr hat und völlig anders zu bedienen ist, habe ich mein Urteil nach einigen Monaten intensiver Nutzung relativiert: