Ab Anfang Oktober für Select- und MSDN-Kunden und ab Ende Oktober 2003 für Endkunden auf dem deutschen Markt: Microsoft Office System 11 sowie die zusätzlichen Anwendungen des Microsoft Office 11.
Eins gleich vorweg: Office 2003 benötigt als Plattform mindestens Windows 2000 incl. Service Pack3 oder Windows xp ab Service Pack1. Alle Benutzer mit Windows 95,98,Me und NT können Office 2003 und seine verwandten Anwendungen nicht verwenden.
Das Office System Paket wurde neu gebündelt:
| Microsoft Office Prof Enterprise Edition 2003 | Microsoft Office Prof Edition 2003 | Microsoft Office Standard Edition 2003 | Microsoft Office Small Business Edition 2003 | Microsoft Office Basic Edition 2003 | Microsoft Office Student and Teacher Edition 2003 | |
| Word 2003 | X | X | X | X | X | X |
| Excel 2003 | X | X | X | X | X | X |
| Outlook 2003 | X | X | X | X | X | X |
| PowerPoint 2003 | X | X | X | X | - | X |
| Access 2003 | X | X | - | - | - | - |
| Publisher 2003 | X | X | - | X | - | - |
| Office Business Contact Manager 2003 | X | X | - | X | - | - |
| InfoPath 2003 | X | - | - | - | - | - |
In der Professional-Version sind Access, Excel, Word, Powerpoint
und Outlook. Frontpage ist nicht mehr enthalten. Es bleibt in der Office
Familie, ist aber separat zu erwerben. Dazu gibt es Publisher 2003 bei einigen
Versionen. Die Enterprise Professional Version (aus Volumenlizenzprogrammen
wie Select) enthält ein Workflow/Form-Tool namens Infopath. Im Rahmen von
Select bekommt man die Einzelprodukte oder die Professional Enterprise oder
die Standard Edition.
Als Einzelprodukte kann man eine Art Post-It-Applikation namens OneNote
(nicht zu verwechseln mit OneWorld, die gegen Alingi beim America's Cup
verloren haben) kaufen. Ferner ist ein Business Contact Manager (zugekauftes
Produkt, man sieht es am Installshield Installer) zu bekommen. Visio ist
ebenfalls mit neuen smarten Shapes und 3D-Shapes in der Version 2003 zum
Office-Start verfügbar. Ebenso wird eine Project Professional und Project
Server Version angeboten.
Der Microsoft PhotoEditor wurde durch ein neues Tool namens Microsoft Office Picture Manager ersetzt, das Anleihen an ACDSee zeigt, aber bei weitem nicht das Wasser reichen kann:

Die Programme erscheinen nun nicht mehr direkt unter "Programme", sondern
wieder wie bei Office 97 in einer eigenen Programmgruppe "Microsoft Office".
Darunter sind die Office Tools gruppiert. Die Programmnamen sind ebenfalls
modifiziert. So heisst das Word nun "Microsoft Office Word 2003" statt "Microsoft
Word 2003"


Word für Windows - kurz Winword: die alten VisualBasic- und VBA-Skripte von Word 2000/2002 laufen noch (yippieh). Das Standard-Dateiformat seit Office97 blieb offensichtlich auch erhalten (natürlich stellt Winword 97 solche Dinge wie Wasserzeichen u.ä. dann nicht dar, kann die Datei aber öffnen). Zusätzlich kann man Dateien im XML-Format ablegen.
Und wen wundert's? Access 2003 hat wieder einmal ein neues Dateiformat, kann aber Access 2002 und Access 2000 Dateien bearbeiten und ohne Einschränkungen nutzen.
Bei Excel kann ich zunächst keine neuen Features entdecken. Scheint unter der Motorhaube verändert worden zu sein. Auch Powerpoint sieht zwar etwas bunter aus, ansonsten findet sich aber alles am alten Platz.
Das Outlook ist auch viel bunter geworden, hat statt des üblichen Junk Mail Filters, in den man sämtliche Adressen und Domains von Hand eintragen oder als Liste importieren mußte, nun einen selbst lernenden und nach Heuristik vorgehenden SPAM-Filter, der in der Einstellung "Hoch" so ziemlich allen SPAM rausfiltert. Da Microsoft Exchange Server 2003 nun auch einen SPAM-Filter hat, nutzt einem im Outlook der Filter nur dann etwas, wenn man unterwegs per POP3/IMAP4 Mails abfragt. Verbunden mit einem Exchange Server 5.5 oder 2000 kann der SPAM-Filter nur auch OST-Dateien (Offline-Ordner) angewendet werden. Schön sind in Outlook nun die Ansichten nach Typ (zeigt z.B. aus allen Archiven nur die Kontakte an) und der erweiterte Kalender. Hat man mehrere PST-Dateien im Zugriff oder hängt an einem Exchange-Server (egal welche Version), so kann man sich die Kalender mehrerer Personen nebeneinander in verchiedenen Farben anzeigen lassen:


Kommen wir zu Visio, dem "Software-Lego" von Microsoft, wie manche Zeitgenossen sagen. Wie der folgende Screenshot zeigt, hat sich hier eine Menge getan, was die Shapes angeht. Die Bedienung von Visio bleibt übrigens weitgehend mit der Vorgängerversion 2002 gleich. Einige Assistenten sind jedoch dazugekommen und alles kann in XML ausgegeben werden, wie dies nun ohnehin mit Office möglich ist. ACHTUNG: Nur bei der Enterprise-Version von Office können eigene XML-Schemata verwendet werden. Bei allen anderen Produkten ist man auf das Standard-XML-Schema von Microsoft angewiesen.

Daneben wurde der Organigramm-Assistent gehörig erweitert. Er erstellt nun auch fertige Excel-Dateien als Vorlage für das Eigene Organigramm:

Warum der Geschäftsführer im Beispiel wohl Helmut heißt, wenn man keinen Namen von Hand eingibt?
Dann war da noch Frontpage mit den meisten Veränderungen neben Outlook. Frontpage 2003 enthält nun zahlreiche Features (Code/Vorschau Split, farbige Code-Darstellung, Smart-Tags und Code-Assistenten bei Eingabe. Tags werden automatisch geschlossen, Code kann entrümpelt werden (z.B. Office XML-Kram von alten Office-Veröffentlichungen rauswerfen).

Außerdem kann nun eine Automatische Reformatierung des Quellcodes angestoßen werden (Allerdings ist die Auto-Einrückung noch nicht so, wie ich sie mir vorstelle). Das Veröffentlichen-Fenster sieht nun so ähnlich aus, wie ein Norton Commander, d.h. linke Seite=lokal, rechte Seite=Website werden aufgelistet und angezeigt, was sich geändert hat:

Dann wäre da noch der Publisher, der mE so aussieht wie vorher. Nur hat man iene Handvoll Designs und Assistenten dazugepackt. Subjektiv ist auch der Bereich des Website-Publishing vergrößert und optimiert worden. Wers mag?!?
Kommen wir zum Schluß noch zu Infopath und zu OneNote. Infopath ist allein nicht überlebensfähig, es sei denn, alle Beteiligten haben Infopath installiert. Man kann kinderleicht XML-basierte Formulare erstellen und ausfüllen. Allerdings kann diese Formulare entweder nur derjenige lesen, der auch ein Infopath hat oder aber man instlaliert und konfiguriert die Windows Sharepoint Services auf einem Windows Server 2003 (oder 2003 small Business). Infopath-Formulare können nämlich auf Sharepoint 2.0 Websites hinterlegt werden und dann auch von Teilnehmern benutzt werden, die nur einen Webbrowser zur Hand haben. Infopath ist dann nicht Pflicht auf jedem Arbeitsplatz:

Microsoft Office OneNote 2003 schließlich soll die gelben PostIt-Zettelchen am Monitor auf intelligente Weise ablösen und ist damit ein würdiger Nachfolger für die nie benutzte Office Sammelmappe. Die richte Entfaltung hat OneNote nur mit der Handschrifterkennung eines Tablet-PCs. Ich habe auf einem Normalen PC bisher noch keinen praktischen Nutzen für mich entdecken können (Immerhin gibt es die PostIt-Notizen auch schon lange unter Outlook). Einziger Vorteil: Wie in einem Pult-Ordner können Notizen in einzelnen Tabs abgelegt werden und in sich kaskadiert. Außerdem enthalten die Notizblätter gleich Datum und Verfasser im Kopf:
Wer bereits Office 2000 oder xp im Einsatz hat und nur Word, Excel und Powerpoint verwendet, braucht m.E. nicht zu aktualisieren. Wird Outlook verwendet, lohnt sich allein wegen der neuen SPAM-Filter schon ein Update. Auch wer Wert darauf legt, seine Webseiten selbst und mit einem OfficeProdukt zu machen, kann dies mit dem neuen Frontpage schon halbwegs professional und mit gewohnten Mitteln tun (wie gesagt, Frontpage ist ein Extra-Produkt und nicht im Office System Paket enthalten