Map Point ./. Map & Guide - Stand:
Zur Kodierung von Geokoordinaten (z.B. Kundenadressen) und Abbildung in einer
Karte sowie zur Routenplanung verwendet man Mapping-Programme. Dieser Artikel
beschreibt die wichtigsten Features und stellt zwei weit verbreitete Produkte
gegenber:
Microsoft Map Point 2004 und
Map&Guide 9.x
Zunchst die Gemeinsamkeiten:
- Beide Hersteller verwenden Kartenmaterial von NAVTECH. Das Manko des
Microsoft-Produkts, fehlerhafte und alte Teleatlas-Karten zu verwenden,
ist damit pass
- Beide Produkte verfgen ber Routing-Algorithmen, Routenplanung mit
mehreren Zwischenzielen ist damit mglich
- Das Kartenmaterial ist um topographische Layer ergnzt. Damit fllt
das Manko der unansehnlichen Vektorkarten
- Beide Produkte gibt es als Windows32-Version und als Web-Version (ansteuerbar
ber ein ActiveX-Control) bzw. ASP-Webpages vom Browser aus
- Beide Produkte werden in der Regel jhrlich aktualisiert
Nun die Vorteile von Microsoft Mappoint:
- Office-Integration (in jeder Office-Applikation und jedem Programm,
das "Einfgen/Objekt" erlaubt, lassen sich die Karten auf Knopfdruck einbinden
(Im Beispiel einfach eine Tabelle erstellt, markiert und MappointKnopf gedrckt.
Resultat: Karte als OLE-Objekt in Excel

- Microsoft Certpartner verfgen ber 5 Benutzerlizenzen fr das Produkt
- Eine Einzellizenz kostet im Select-Vertrag zwischen 270 und 350 Euro
im EK, Bei Netzwerk-Einsatz gibt es sicher Mengenstaffeln
- Komplette API ber ActiveX-Control verfgbar
Die Nachteile von MapPoint:
- Es gibt zwar einen Mappoint Web Service, hierbei handelt es sich aber
um eine Serverfarm irgendwo in den USA, d.h. das Erstellen eines Kartenservers
im Intranet mit Internet-Explorer als Client ist nicht mglich. Entweder
greifen alle Browser auf den Webservice zu oder berall mu der Win32-Mappoint-Client
installiert sein
- Es gibt keine flexiblen Plugins, die zustzliche Layer erweitern. Weitere
Layer sind nur fest in der Autoroute Express-Version (aber keine dynamischen
Verkehrshinweise, Starenksten etc., sondern nur Hotelverzeichnis) und in
der Encarta 2004 (die ebenfalls die Engine von Mappoint benutzt)
- Das Kartenmaterial ist zwar von Navtech und damit przise, allerdings
packt Microsoft in der 2004-Version Kartenmaterial von Oktober 2002 mit
ein. Die Map&Guide-Version von April 2003 enthlt dagegen Kartenmaterial
von Mrz 2003 !
Die Vorteile von Map&Guide

- Die EXE-Version (Windows 32 Executable) kann lokal oder als Admin-Installation
ber ein Netzwerk aufgerufen werden.
- Zahlreiche Plugins existieren, angefangen von Hotelfhrer, ber Radarfallen
bis hin zu den aktuellen dynamischen Verkehrshinweisen des ADAC, die bei
der Routenplanung bercksichtigt werden
- Es gibt auch eine MGIntranet-Version, die eine fertige, Webbasierte
Oberflche enthlt und auf nur einem Server installiert mit dem Browser
als Client im Prinzip weltweit aufgerufen werden kann (Nicht vernderbares
Aussehen, Programmierkenntnisse nicht notwendig, da Darstellung ber Web-Befehlszeilen
funktioniert)
- Auerdem ist eine MG INetServer Version verfgbar, die man aber ber
ASP-Seiten bzw. ein ActiveX Control selbst programmieren mu (Maximale Felxibilitt,
Programmieraufwand notwendig)
- Alle Webbasierten Dienste knnen im eigenen Hause installiert werden
und man mu nicht bers Web auf einen Server in Timbuktu zugreifen
Die Nachteile von Map&Guide
- Whrend bei der Demo-Version von MGintranet-Server der Adremonitor
enthalten ist (ohne das darauf hingewiesen wird, dass dieses Feature ein
eigenes Produkt ist), mu man ihn in der Vollversion teuer bezahlen (12.000
Euro fr 50 Benutzer zustzlich)
- Die Benutzerverwaltung ist statisch, d.h. es werden nicht gleichzeitige
Verbindungen gezhlt, wie das sonst bei Webservern blich ist, sondern namentlich
benannte Benutzer. Vllig untypisch fr eine Web-Applikation. Um hier flexibel
zu sein, mu man in Javascript einen Mechanismus schaffen, der z.B. bei
einer 10 User Lizenz die festen Nutzer U1 bis U10 dynamisch den sich anonym
am Javascript Frontend anmeldenden Benutzern zuordnet, so dass nie mehr
als 10 Lizenzen verwendet werden und beim Verlassen der Kartendarstellung
(Darstellung im Inline-Frame mit "Schliessen" Knopf oder nach Ablauf eines
Timeouts den Benutzer wieder freigibt. Alternativ knnten Gruppen-User (1
pro Abteilung) diese Aufgabe bernehmen.
- Der Map&Guide Webservice (konkret: Mapserver) lt sich nicht als Service
betreiben. Das bedeutet, dass der Server ber Autoadmin-Logon hochfahren
und damit das Admin-Passwort im Klartext in der Registry tragen mu. Auerdem
mu der Mapserver dann ber die Autostart-Gruppe gestartet werden.
- Der Mapserver ist gefrig, was Prozessorlast und RAM angeht. Fr 10
Benutzer gleichzeitig sollte schon eine 2-Prozessor-Maschine (>2GHz) mit
2 Gig RAM da stehen
Fazit
Trotz der Nachteile von Map&Guide berwiegen die Vorteile, da sich im eigenen
LAN unabhngig von Drittanbietern eine webbasierte Plattform wie Legos aus fertigen
Elementen zurechtbasteln lt. Zusammen mit der Entwicklung eines "Concurrent
User Frontends" meiner Meinung nach die bessere zukunftsorientierte Investition.
Auch zum Einsatz als Einzelplatz-Routenplaner hat Map&Guide wegen seines topaktuellen
Kartenmaterials groe Vorteile