Dieser Artikel ist ein erster Erfahrungsbericht mit der Release-Version von Microsoft Exchange 2003 Server. Getestet wurde die Standard-Version (wie beim Vorgänger gibt es auch eine Enterprise-Variante). Insbesondere die Veränderungen gegenüber Exchange 2000 sind ein zentrales Thema.
Exchange Server
2003 Standard Edition unterliegt folgenden Einschränkungen:
Den Enterprise Server benötige ich hingegen bei Cluster-Anforderungen, wenn ich mehrere Maildatenbanken erzeugen möchte und die 16GByte-Grenze knacke.
Deutschsprachige Exchange-Versionen stehen voraussichtlich ab Ende Oktober, die Small Business Server Ende November zur Verfügung. Im Lizenzvertrieb/bei Volumenlizenzmodellen wie immer, etwas früher.
Hier (O-Ton Microsoft) die wichtigsten Voraussetzungen:
Exchange 2003 kann unter Microsoft Windows Server™ 2003 und Microsoft
Windows® 2000 Server ab SP3 ausgeführt werden. Exchange 2003 wurde für das
Ausführen unter Windows Server 2003 optimiert. Für einige Exchange-Funktionen
ist Windows 2003 erforderlich. Exchange 2003 wird in allen Umgebungen mit Microsoft
Active Directory®-Gesamtstrukturen unterstützt: einheitliche Windows 2000-,
einheitliche Windows 2003- oder gemischte Windows 2000- und Windows 2003-Gesamtstrukturen.
Wichtig hierbei ist, dass alle Domänencontroller im Netz und alle Global Catalogs
mindestens auf Windows 2000 Server mit Service Pack 3 liegen.
Exchange 2000 wird unter Windows Server 2003 nicht unterstützt.
Die Testmaschine ist ein Fujitsu-Siemens Primergy TX150 Server mit DPT-RAID-Controller, 2,4 Ghz-Prozessor und 1GByte RAM, sowie 4x 32 GByte-Festplatten U320. Als Betriebssystemplattform wurde Windows Server 2003 Standard als Erster Domänencontroller betankt. Dazu natürlich alle bereits verfügbaren Fixpacks.
Nun ist es gut zu wissen, dass das eigentliche SETUP unter /SETUP/I386 auf der CD zu finden ist. Ruft man die SETUP.EXE im genannten Verzeichnis auf, so kann es ans Installieren gehen.
Bevor man es startet (sonst kommen nur Fehlermeldungen und es geht nicht weiter) muß man sicher stellen, daß:
Soweit nichts Neues. Neu hingegen ist, dass man nicht mehr SETUP /forestprep vorher aufrufen muß, um eine Active Directory Schema-Erweiterung durchzuführen, denn das macht das SETUP nun automatisch. Bei der Testmaschine dauert die Schemaerweiterung ca. 15 Minuten.
Auffällig ist auch, dass (die getestete MSDN-Version zumindest) nicht nach einem Product key fragt, sondern brav installiert. Folgende Komponenten stehen beim Standard Server zur Verfügung:

Nach Abschluß der Installation muß praktischerweise nicht einmal neu gebootet
werden. Exchange steht sofort zur Verfügung.

Im Leerlauf benötigen die Exchange Dienste gerade mal 50 MB RAM. Das ändert
sich allerdings schlagartig, sobald etwas "los ist" auf dem Server. Wie früher,
wird Exchange dann zum Speicherfresser :( Diese Dienste findet man nach einer
Standardinstallation auf dem System:


Wie früher sollte man nun unter dem Tab: Email-Adresse dem Nutzer eine Mailadresse (oder mehrere) zuweisen, danach unter Exchange Features die Dienste deaktivieren, die er nicht nutzen können soll. Weitere Einstellungen können unter Exchange Allgemein und Exchange erweitert gemacht werden.
| Für die Servereinrichtung gibt es auch ein MMC-Plugin, das den rechts
abgebildeten Baum aufbaut. Wie früher, klickt man sich am Besten von
oben nach unten durch und nimmt die Einstellungen vor. Damit man den
Standard-SMTP-Connector nicht von Hand konfigurieren muß, findet man
unter dem Servernamen den Mail-Assistenten: Nach ein paar Fragen ist dann der Connector und die SMTP-Domains konfiguriert. Man kann den Smarthost für den Mailrelay angeben, usw. Wie in der Vorgänger-Version ist ein POP3-Connector nicht enthalten. Er muß separat von 3rd-Party erworben werden. Wie in der Vorgänger-Version stehen zahlreiche Protokolle für Verfügung, die eingesehen werden können. Oberflächlich hat sich hier nicht viel verändert. Den angekündigten Serverbasierten SPAM-Filter habe ich noch nicht gefunden :( Neu ist der Punkt: Mobile Dienste. |
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Auch der Kalender weist sogar die Gruppenplanungsfunktionen auf, so dass
man mit dem Browser von unterwegs Ressourcen-Einsicht nehmen kann:

Bei den Kontakten sieht es nicht anders aus. Bis auf das Einfügen des Bildes
kann man hier auch fast alles machen, was der stationäre Client aus dem Office
2003 bietet.
Der Abwesenheits-Assistent ist ebenso vorhanden, wie die Möglichkeit, übers
Web Regeln für die eigene Mailbox zu definieren. Sogar Benachrichtigungen funktionieren
beim Aufruf als Popup:
Wer also sowieso die Lizenz zu Exchange 2003 hat und im Volumenlizenzprogramm die Möglichkeit hätte, stattdessen Exchange 2000 einzusetzen, sollte dies nicht tun, denn er verpasst etwas. Da die meisten Administratoren ohnehin mindestens Service Pack 3 auf ihren Servern haben, wäre auch diesen Personen geholfen, wenn sie Exchange einführen wollen. Wer ohnehin einen neuen Server anschafft, sollte zeitgleich auch die "current" Betriebssystem in Form von Windows Server 2003 einsetzen.
...und wie immer gelten für dieses Dokument die Rechtlichen Hinweise.