Der führende amerikanische PC- und Serverlieferant empfiehlt für kleine und
mittelständische Kunden eine neue Art der Datensicherung. die als RD-1000 vertriebene
Lösung besteht aus einem 5,25" Einbaurahmen (halbe Bauhöhe) für den Server und
verfügt über eine Abdeckklappe und eine beleuchtete Auswurftaste. Nach innen
ist der Einbaurahmen mit einem der SATA2-Kanäle verbunden. Die dazu passenden
"Band"-Kassetten haben an der Kopf-Seite - einen SATA2-Anschluß. Öffnet man
eine Cartridge mit einem MicroTorx, kommt eine 2,5" Notebook-Festplatte zum Vorschein.
Angeboten werden die Cartridges in 120, 160, 250 und 320GByte (ab 160GB sind
das gängige Festplattengrößen). Alternativ bietet der Hersteller das
Laufwerk als externes Laufwerk mit USB-Anschluss an.
Da es diese Lösung bisher nur
von diesem Computerhersteller gibt, liegt es nahe, eine Alternative zu suchen,
die überall erhältlich ist - bzw. sich auch an Hardware anschließen läßt,
die keine Einbauten wegen laufender Serviceverträge zuläßt. Man nehme (für das Standardprinzip MO-SA, gerade/ungerade
Wochen) 12x Western Digital Passport Essential 2.5" Wechselfestplatte 320 GByte
(also rund 800 € in die Hand). Dazu die Lizenzen für Backup Exec (die man aber
auch beim klassischen Bandlaufwerk benötigt). Die Festplatten werden für den
Einsatz als "Backup to Disk" Wechsel-Laufwerk konfiguriert.
Vorteile: * Festplatten müssen nicht nach einem Jahr getauscht
werden. Mal angenommen, so eine Festplatte wird 1x pro Woche benutzt und die
Herstellergarantie auf die Platte beträgt 3 Jahre - lassen sich die Platten
in der Regel auch drei bis vier Jahre nutzen (Natürlich mit Blick auf die Medien-Protokolle der
Datensicherungssoftware - treten hier erste Schreib/Lesefehler auf, ist die
Platte zu ersetzen)
* USB-Wechselfestplatten mit 160 GByte kosten am Markt (Western Digital Passport
Essential) rund 50 €, 320 GB gibt's bei Conrad derzeit für ca. 80 €.
* Geschwindigkeit der Rücksicherung von einzelnen Dateien in Sekunden, da nicht
wie beim Band gespult werden muss. Dito rasant schnell ist das Einlesen des "Band"-Katalogs.
Nachteile:
* eine Festplatte bleibt ein mechanisches, empfindliches Gerät. Obwohl aktuelle
Festplatten wegen der Flüssigkeitslager recht unempfindlich sind und sich in
Parkstellung robust benehmen.
* Die Festplatte erscheint als logisches
NTFS-Laufwerk im Gerätemanager/Explorer - im Gegensatz zum Band könnten sich
hier zusätzlich Trojaner und andere Programme einnisten oder aber die Festplatte
löschen, solange sie angeschlossen ist. Ein aktueller Virenschutz weiss hier
aber das Risiko zu begrenzen.
Praxiseinsatz/Fakten:
* Als zusätzliche Lösung neben der Bandsicherung mit Streamer empfehlenswert
* oder wer darüber nachdenkt, ein DDS-Band-Laufwerk einzusetzen, kann stattdessen
auch Wechselfestplatten nehmen
* Datensicherungssoftware ist und bleibt "Symantec
Backup Exec für Windows Servers"
* Datensicherungsmenge pro Platte derzeit
320 GB (mit Softwarekompression der Datensicherungssoftware im Durchschnitt
rund 400 GB)
* Datendurchsatz (begrenzt durch USB 2.0) liegt im Durchschnitt
bei 350-450 MB/Minute
Fazit:
* im Datendurchsatz deutlich schneller als ein
DDS (DAT), ein SLR, ein AIT, ein DLT, LTO und LTO2-Laufwerk.
* von der Kapazität
etwas unter einem LTO3-Laufwerk
* Für kleinere Umgebungen ideal, wenn die
Rahmenbedingungen stimmen
* Für größere Umgebungen (LTO3, LTO4 oder Roboter)
keine Alternative zum Band
Alternativen:
* NAS-Einheit (Netzwerkfestplatte)
mit GBit-LAN-Anschluss und RAID1-gespiegelten Platten in Schnell-Wechselrahmen,
Auslagerung von jeweils einer Wechselplatte, Kapazität pro Platte derzeit max.
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